Unser 23. Kapverde-Aufenthalt war wie immer reich an neuen Erfahrungen

Unser 23. Kapverde-Aufenthalt war wie immer reich an neuen Erfahrungen

Unser mittlerweile 23. Kapverde-Aufenthalt war wie immer reich an neuen Erfahrungen.
Der Abflug ab Frankfurt mit 'TUIfly' zu einer unmöglich frühen Uhrzeit trug nicht gerade dazu bei, unsere Ferienlaune zu heben.
Neben unserem Gepäck hatten wir als Geschenk für unseren Freund Jailson, der sich selbstlos um unser Schulprojekt in Nhagar (Assomada) kümmert, eine Sportausrüstung für den Fußballverein von Nhagar, dem er vorsteht. Beteiligt an dem Geschenk ist der Manager einer großen Versicherung und der Sportverein 'SAAR-05' aus dem Saarland.
Wie geplant trafen wir auf der Zwischenlandung in Las Palmas unsere Freunde und EKF-Mitglieder Rosi und Theo Schneider, was erheblich zur fröhlichen Fortsetzung der Weiterreise nach Sal beitrug.
Sal zeigte sich uns ungewöhnlich kalt und windig.

Da es erst am späten Abend möglich war, nach Santiago weiter zu fliegen, verbrachten wir den Nachmittag und frühen Abend in Santa Maria. Dort fiel uns auf, dass für die Einwohner der Aschermittwoch keineswegs der Abschluss der Karnevalszeit bedeutete, sondern man noch viele kostümierte Karnevalisten bewundern durfte. Extrem auffallend waren Gruppen von Afrikanern, vermutlich die mittlerweile ortsansässigen Senegalesen, die sozusagen als „Afrikaner“ verkleidet auftraten. Sie waren total schwarz angemalt, spärlich bekleidet und zogen laut singend und sammelnd durch die Strassen von Santa Maria. Vielleicht fehlte hier der religiöse Hintergrund mit der Bedeutung des Aschermittwochs.
Unsere erste Nacht auf Santiago verbrachten wir in Praia, später ging es dann mit einem Mietwagen nach Tarrafal.
Unser erster Besuch galt unserer Schule in Nhagar. Wir haben uns gefreut, diese mit einem neuen Anstrich und und einem Zaun, der den mittlerweile gut sortierten Gemüsegarten umfriedet, vorzufinden. Auch eine funktionsfähige Kantinenküche haben die neuen Spender aus Frankreich finanziert.
Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass unsere Schule nicht mehr so hilfsbedürftig ist, wie sie noch vor Jahren war, als unser Projekt begann.
Unser Freund Jailson meinte dann ebenfalls, er würde uns eine Schule zeigen, die so sehr hilfsbedürftig wäre, dass man unter Umständen überlegen könnte, ob unsere Spenden dort notwendiger sein könnten.
Abgesehen vom miserablen baulichen Zustand, fehlt es auch sonst an Allem.

Die Schule ist in Bõa Entrada, einem kleinen Ort in der Gegend von Assomada (Insel Santiago), der schwer erreichbar ist. Löcher im Dach, verschimmelte Wände, die Einrichtung ebenfalls renovierungsbedürftig - insgesamt ein Projekt, dessen Verwirklichung sich lohnen würde.
Ein tolles Erlebnis war die Übergabe der Fußballausrüstung an die Mannschaft von Nhagar. Da es nie ein Budget für Kleidung gab, konnte man sich die Freude der Fußballspieler sehr gut vorstellen. Man hatte sogar die Lokalreporter vom Fernsehen bestellt. Uns hat es gefreut, dass wir uns auf diese Weise bei unserem Freund „Jailson“ für seinen tollen Einsatz bedanken konnten.
Ein weiteres für uns außergewöhnliches Ereignis war eine Einladung über unsere Freunde Rosi und Theo Schneider zur Kardinalsfeier von Don Arlindo Gomes Furtado. Ein Gottesdienst in Praia im Freien mit unglaublich vielen Gläubigen, schöner kapverdischer Musik und Kinderchören.
Anschließend durften wir noch an einer großen Festveranstaltung im Beisein des Präsidenten und der Minister, der Schwestern im Missionsdienst und der kirchlichen Vertreter der Kapverden, teilnehmen. Irgendwie war es ein wunderbares Gefühl, zu erleben, dass auf den Kapverden die Welt des christlichen Glaubens noch in Ordnung ist.
Unser Aufenthalt in Praia wurde dann leider durch eine der üblichen Flugverschiebungen der allseits bekannten TACV jäh um einen Tag verkürzt, sodass wir dann nach Mindelo (S. Vicente) weitergereist sind, ohne uns von unseren kapverdischen Freunden richtig verabschiedet zu haben.
Im Auftrag unserer Partnerschule, Grundschule Furpach (Neunkirchen/Saarland) kauften wir noch in Windeseile Sportartikel für die Schule in Nhagar, die dann unser Freund und Taximann „Zé“ abliefern musste.
Schade, dass wir dadurch nicht die Freude der Kinder erleben durften.
Arne Lund
25.4.2015