Hilfe für Maio

Hilfe für Maio

Eine Spendenaktion unterstützt vom Europäisch-Kapverdischen Freundeskreis e.V.

Von Mitte August 2002 bis Mitte Januar 2003 war ich auf Maio.

Die Kapverden bestehen aus fünfzehn Inseln, von denen aber nur neun bewohnt sind. Dieses Land gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und Maio wiederum ist die ärmste aller neun Inseln.

Seit ich die Kapverdischen Inseln vor ein paar Jahren für mich entdeckt habe, befasse ich mich sehr intensiv mit ihnen. Sie, das Leben dort und ihre Menschen haben mich sehr berührt. Trotz der bitteren Armut sind mir dort so viele glückliche, höfliche und wunderbare Menschen begegnet, wie sonst nirgendwo.

Ich errichtete dort meinen zweiten Wohnsitz und sofern es meine Verpflichtungen in Deutschland erlauben, möchte ich jedes Jahr einige Monate dort verbringen.
Wie könnte ich dieses Land noch mehr in mein Leben integrieren und wie könnte ich die Menschen dort zumindest ein wenig unterstützen? – das waren meine ständigen Gedanken und so rief ich schließlich die Aktion: Hilfe für Maio – Hilfe für Kap Verde ins Leben.

Ziel der Aktion sollte es sein, der Bevölkerung von Maio zu helfen, wo es möglich ist.

Auf der einen Seite durch Geldspenden, die von Freunden, Bekannten und sogar Unbekannten getätigt wurden. Aber auch durch Sachspenden, wie neuwertiger Kleidung, Schuhen, Fußbällen, Werkzeug und anderen dringend benötigten und nützlichen Gegenständen.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die zum Gelingen der Aktion Hilfe für Maio = Hilfe für Kap Verde beigetragen haben:
Dem Europäisch-Kapverdianischen Freundeskreis e.V. in Hamburg und besonders dessen Vorsitzenden Arne Lund. Durch Herrn Lund war es mir erst möglich die Spendenaktion durchzuführen, bei der insgesamt EUR 3.300,00 zusammenkamen.
Mein Dankeschön gilt auch der Kapverdischen Botschaft in Berlin, die all meine Packlisten als humanitäre Hilfe bestätigte.
Vielen Dank auch der Kapverdischen Fluggesellschaft TACV in München, die für das Übergepäck, verursacht durch Sachspenden, die ich kurz vor meiner Abreise bekommen hatte, großes Verständnis aufbrachte.

Durch Freunde und Bekannte in Deutschland und in Spanien habe ich neben den Geldspenden auch fast 500 kg an neuwertiger Kleidung, Schuhen, Kugelschreibern, Werkzeug und vielen weiteren Artikeln gesammelt.
Diese Sachspenden ließ ich per Spedition in Plastikfässern von München nach Rotterdam bringen. Von Rotterdam gelangten sie per Schiff nach Praia, der Hauptstadt der Kapverden. Dort ließ sich der Zoll zwar Zeit mit dem Inspizieren der Fässer, gab sie aber schließlich frei und die Ware erreichte auf einem kleinen Schiff letztendlich ihr Ziel, Maio.
Die gesamte Organisation des Transportes, die Frachtkosten und die Zollabwicklung waren mein Beitrag zu diesem schönen Abenteuer.

Bei den Sachspenden achtete ich darauf, dass so viele Familien und Bedürftige wie möglich etwas abbekamen. Was mir allerdings auffiel, war, dass ich sehr viel für junge Leute hatte und kaum etwas für Kinder und ältere Menschen. Junge Menschen können, sofern es Arbeit gibt, arbeiten und haben somit ein Einkommen. Sie können sich Dinge also selbst kaufen. Die älteren Menschen und die Kinder hingegen sind vom Berufsleben ausgeschlossen und auf Hilfe noch viel stärker angewiesen.

Mit Artikeln, die es in großer Menge gab, wie z.B. T-Shirts, Turn- oder Fußballschuhe, Schlüsselanhänger oder Portemonaies, wurden die Cruceiros und Academica Fußballmannschaften im Dorf Calheta ausgerüstet.

Die Sachspendenaktion war ein voller Erfolg, da auf den Kapverden Geschenke sehr geschätzt werden und die Leute sich noch ehrlich freuen, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Diese Geschenke benutzen sie mit Würde und Stolz.
Für mich persönlich war es eine Genugtuung zu sehen, dass ich mit meinem Einsatz vielen Freude bereiten konnte.

Die Spendengelder über EUR 3.300,00 wurden als ESC 362.697,00 (Kapverdische Escudos) auf ein Konto gutgeschrieben und wie im folgenden beschrieben eingesetzt:

2002 war ein sehr schlimmes, von Dürre geplagtes Jahr für Maio. Nach Absprache mit der Inselregierung und der Leitung der Wasserwerke, kamen wir zu der Übereinkunft, dass zwei neue Wasserpumpen die Situation sehr erleichtern würden. Von einem Teil der Spendengelder wurde eine kleinere Wasserpumpe für den Wassertransporter sofort angeschafft, wodurch die Wasserversorgung wesentlich schneller abgewickelt werden konnte.
Im Laufe des Jahres 2003 soll noch eine zweite, größere Pumpe in der neuen Entsalzungsanlage auf Maio installiert werden. Die Pumpe wird helfen, entsalztes Wasser über Pipelines in verschiedene Dörfer zu pumpen.
Für beide Pumpen habe ich ESC 232.000,00 (EUR 2.104,00) aus den Spenden aufgewendet.

Auch der Kindergarten im Dorf Calheta konnte von den Spendengeldern profitieren. Dieser wird morgens von 30 und nachmittags von 20 Kindern besucht, die bisher während des Unterrichts auf dem Boden sitzen mussten.
Für die Hälfte der Kinder habe ich Stühle und Tische von einem Schreiner für ESC 41.600,00 (EUR 377,27) anfertigen lassen. Die fehlenden Möbel hoffe ich bei meinem nächsten Besuch spenden zu können.

In Absprache mit dem Lehrpersonal der drei Schulen in Calheta, Morrinho und Cascabulho, wo insgesamt 400 Kinder zur Schule gehen, konnte ich mit ESC 50.000,00 (EUR 455,45) helfen. Von dem Geld wurde unter anderem eine Weihnachtsfeier veranstaltet, auf der jedes Kind ein Essen und ein Geschenk erhielt.

Eine Theatergruppe im Dorf Morrinho, die sich unter anderem um bedürftige Kinder aus zerrütteten Familien kümmert, unterstützte ich mit ESC 18.000,00 (EUR 163,24). Damit konnte auch für diese Kinder eine Weihnachtsfeier organisiert werden und die Theateraktivität der Gruppe fortgesetzt werden.

Insgesamt habe ich von den Spendengeldern ESC 341.600,00 (EUR 3.097,99) ausgegeben. Es sind noch ESC 21.097,00 (EUR 191,33) auf dem Konto in Maio, die im Herbst 2003 eingesetzt werden.

Auch dieses Jahr werde ich wieder einige Monate auf Maio verbringen und ich bin noch entschlossener als im Vorjahr, die Sach- und Spendenaktion Hilfe für Maio – Hilfe für Kap Verde fortzusetzen.

Für Spenden gilt weiterhin das Konto des Europäisch-Kapverdianischen Freundeskreises e.V. (EKF e.V.) bei der Hamburger Sparkasse, Konto 1284/ 122 114, BLZ 200 505 50, Stichwort: Hilfe für Maio. Um die Spenden steuerlich absetzen zu können, bekommen alle Spender eine Spendenquittung.

Der EKF e.V. ist im hamburgerischen Vereinsregister (Amtsgericht Hamburg; VR 9561) eingetragen; gemäß § 2 der Vereinssatzung, obliegt ihm u.a. die „gemeinnützige Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland bzw. den europäischen Staaten und der Republik Kap Verde und ggf. einzelnen afrikanischen Staaten, soweit sich dies aus der Sache ergibt...“ und ist augrund der Förderung der Völkerverständigung auch als besonders förderungswürdig anerkannt.

Schuhe, Sportartikel, Sommerkleidung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Musikinstrumente, Schulmaterial und Werkzeug sind weiterhin Artikel, die in Maio gebraucht werden. Wie 2002 werde ich mich persönlich darum kümmern, dass die Ware in Maio ankommt und verantwortungsvoll eingesetzt wird.
Falls Sie Sachspenden haben, schicken Sie diese bitte an meine private Adresse. Sollten Sie im Raum München wohnen, hole ich die Spenden auch gerne persönlich ab.

Vielen herzlichen Dank an alle, die an die Aktion Hilfe für Maio = Hilfe für Kap Verde glauben. Mein Wunsch ist es, dass wir den Menschen auf Maio noch viele Jahre helfen können.

Möchten Sie weitere oder ausführlichere Auskünfte über die Aktion Hilfe für Maio = Hilfe für Kap Verde, kontaktieren Sie mich. Ich erzähle Ihnen gerne mehr darüber.

Kontaktadresse:

Andy Hegedüs
Martinholzerstr.16
82335 Berg
Tel: 08151-58 26
E-Mail: andyhegedues@web.de
Arne Lund
14.5.2003