Zum Internationalem Tag gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie

Zum Internationalem Tag gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie

Mayra Andrade

Vor 30 Jahren - am 17. Mai 1990 - traf die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine folgerichtige Entscheidung: Homosexualität sollte fortan nicht mehr als Krankheit gelten. Es sollte noch 14 Jahre dauern, bis die Menschenrechtsorganisation IDAHO diesen Tag zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie erklärte.

Homosexualität ist seit dem Jahr 2004 in Kap Verde keine Straftat mehr.

Die international bekannte Sängerin Mayra Andrade setzt sich vielen Jahren für die Gleichbehandlung sexueller Minderheiten ein.

Die Vereinten Nationen starteten im Jahr 2016 die Kampagne „Free and Equal“. Ziel dieser weltweiten Kampagne ist die Gleichstellung für Lesben, Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender.

Als Patin der von den Vereinten Nationen in Kap Verde unterstützten Kampagne vertritt Mayra Andrade die Auffassung, dass die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität als eine Straftat angesehen werden müsste. Sie setzt sich entschieden gegen Transphobie und Homophobie ein: „Wir müssen für unsere ehrliche tolerante kapverdische Gesellschaft kämpfen.“ Sie möchte durch ihr Engagement darauf aufmerksam machen, dass auch in Kap Verde Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender Vorurteilen ausgesetzt seien.

Besorgt und traurig sei sie, sagte sie in einem Interview mit „United Nations Radio“ im November 2015, wenn sie davon hört, dass in anderen afrikanischen Ländern, wie z. B. Nigeria, die Homosexualität kriminalisiert würde. Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass „die anderen portugiesischsprachigen Länder und andere afrikanische Länder dem Beispiel von Kap Verde“ folgten. 

Anlässlich des „Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ (25. November) und dem „Internationaler Tag der Menschenrechte“ (10. Dezember) fand 2015 in der kapverdischen Hauptstadt Praia eine aufsehenerregende Veranstaltung mit Mayra Andrade statt.

Weltweit finden jedes Jahr an den 16 Tagen zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Internationalen Menschenrechtstag am 10. Dezember Aktionen statt, die sich auf die Beseitigung von jeglicher Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung sexueller Minderheiten (z. B. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) richten.

Kap Verde kommt eine Vorreiterrolle in Afrika zu, da Kap Verde das erste afrikanische Land war, dass beide Gedenk- und Aktionstage miteinander verbindet. 

Nachstehend lesen Sie das aktuelle Statement von Frau Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt: 

„Überall auf der Welt werden derzeit Anstrengungen unternommen, um die COVID-19-Pandemie zu bewältigen. Ganze Länder befinden sich im Lockdown, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dabei wird oft vergessen, dass lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intergender Personen in vielen Teilen der Welt von solchen Maßnahmen häufig besonders betroffen sind. Sie haben mit Stigma und Diskriminierung zu kämpfen. Sie werden auch häufiger Opfer von Gewalt.

Die internationale Gemeinschaft muss jede Form von Gewalt, Diskriminierung und Hass gegen LGBTI-Personen bekämpfen und sich für deren Rechte einsetzen. Bei der Suche nach Antworten auf die COVID-19-Pandemie müssen die Auswirkungen auf LGBTI-Personen besonders berücksichtigt werden. Ich erinnere daran, dass Menschenrechte, besonders die Rechte auf Menschenwürde und Gleichheit, jederzeit und universell für alle gelten. Das darf auch während einer globalen Gesundheitskrise nicht vergessen werden.

Deutschland setzt sich daher mit weltweiten Menschenrechtsprojekten, z.B. zum Schutz homosexueller Geflüchteter oder zur Unterstützung der Arbeit von Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidigern für die Menschenrechte der LGBTI-Community ein. Zum Beispiel gibt es noch immer mindestens 40 Länder, in denen Homosexualität strafrechtlich relevant ist, teilweise bis hin zur Todesstrafe. Das ist für uns nicht hinnehmbar! Genauso wenig wie Diskriminierung und Verfolgung auf Grund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Wir müssen uns daher auch in Zukunft in Deutschland, der EU und weltweit für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft einsetzen. Wir müssen auch in schwierigen Zeiten für Gleichheit und den Respekt von Vielfalt einstehen.“

(Quelle: Auswärtiges Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/mrhhb-internationaler-tag-gegen-homo-bi-inter-und-transphobie/2341228)

Arne Lund