Sanierung der Grundschule in Santana

Sanierung der Grundschule in Santana

Seitdem wir vor 6 Jahren im Januar 2016 das erste Mal für die DWLF (Dentists Without Limits Federation) auf der Insel Santiago im humanitären Hilfseinsatz waren, hat sich in der Hauptstadt Praia viel verändert. Bei vielen Straßen ist das übliche Basaltpflaster mit einer Teerdecke überzogen, viele Straßen haben eine Beleuchtung bekommen. Vielerorts werden jetzt Leerrohre für Multimedia verlegt. Die Anzahl der Autos, besonders der SUV von Audi, BMW, Mercedes u.a., hat sich drastisch erhöht. Viele baulich begonnene Häuser werden weitergebaut oder bestehende sind inzwischen z. T. mit leuchtenden Farben angestrichen. Der rasante Fortschritt ist überall im Zentrum von Praia zu sehen.

Ganz im Gegensatz dazu herrscht „auf dem Lande“ weiterhin bittere Armut. Darauf wurden wir durch unsere ärztliche Kollegin, Dr. Jacira Varela, aufmerksam, die in Cidade Velha das regionale ärztliche Behandlungszentrum leitet. Ihr „Einzugsbereich“ erstreckt sich auf einen Umkreis von ca. 30 - 40 km mit ca. 10.000 Einwohnern in ländlicher Umgebung, zerstreut in viele Siedlungen mit z. T. nur wenigen Häusern.

Eines dieser sehr abgelegenen Dörfer ca. 7 km - aber ca. 30 Minuten Fahrzeit - von Cidade Velha, der Gebietshauptstadt, entfernt, liegt halbkreisförmig am Ende eines Tales. Der Weg dorthin und die Hauptstraßen innerhalb des Ortes sind nur mäßig befestigt, der Rest unbefestigt. Die gesamte Umgebung ist trocken mit nur spärlichem Bewuchs, überwiegend Akazien, die ihrer Umgebung durch hohen Wasserbedarf und extrem lange Wurzeln, zusätzlich Wasser entziehen. Allerdings verfügt der Ort über eine Quelle mit üppigem regionalen Pflanzenbewuchs. Ein angelegtes Becken dient als Waschplatz. Ob vorher schon Wasser als Trinkwasser abgezweigt wird, blieb unklar.

Die Schulleitung dieses Ortes war an Jacira herangetreten und bat um Unterstützung bei der Sanierung. Im Vorfeld hatten wir Jacira ersucht ein diesbezügliches Objekt zu finden.
Die Ortsbesichtigung zeigte ein heruntergekommenes Schulgebäude, bei dem überall die Farbe abplatzte. Als Zahnärzte interessierten uns aber mehr noch die hygienischen Verhältnisse, zumal in allen Schulen die kostenlose Mittagsmahlzeit für die Schülerinnen und Schüler vor Ort in den Schulen gekocht wird.
In der Küche war fast überall die Farbe abgeplatzt, der Verputzmörtel lag frei. Die Spüle bestand aus 2 Becken, eingelassen in einen gemauerten Unterbau mit 2 Öffnungen. Darauf wird auch gekocht. Der Ablauf unter einer der Spülen war undicht und Wasser tropfte auf den Boden und bildete dort einen kleinen Haufen aus Spülmittel ? und Schimmel. Als hygienisch gut konnte man das alles nicht bezeichnen.
Wenig überrascht waren wir bei der Inspektion der 2 Toiletten. Beide waren so zerstört, dass sie für unsere Verhältnisse nicht mehr benutzbar gewesen wären. 

Eine Sanierung war dringend erforderlich. Leider sind diese Belegaufnahmen zufällig der Löschtaste anheimgefallen. Aber man kann sich die Situation auch so schon gut vorstellen. 
Da unser zahnärztlicher Einsatz beendet war und wir zurück nach Deutschland fliegen mussten, übergaben wir Jacira das Geld „zu treuen Händen“, wurden von ihr aber regelmäßig über den Sanierungsfortschritt auch bildmäßig informiert.
Das Ergebnis ist sehr gut, wie die Bilddokumentation des „danach“ beweist.

Die Küche wurde gestrichen/teilweise gefliest, die Wasseranschlüsse erneuert oder repariert, ein neuer Wasserhahn, 2 neue Türen für den Unterbau und ein neuer Hängeschrank komplettieren die Sanierung. 
Die 2 Toilettenräume bekamen komplett neue Toiletten und Waschbecken.
Die Schule bekam auch eine neuen Außenanstrich.

So weit möglich wurden alle Arbeiten in Eigenregie des Lehrkörpers und Eltern durchgeführt, so dass das zur Verfügung stehende Geld überwiegend für Materialeinkauf verbraucht wurde. Dadurch konnte ein großer Sanierungsumfang relativ preiswert durchgeführt werden. Die Kostenrechnungen mit den entsprechenden Belegen wurden dem EKF e. V. vorgelegt.

Allerdings haben wir bei der Erstbesichtigung gesehen, dass noch viel mehr dort gemacht werden müsste. Das Lehrerzimmer, ein Raum von ca. 2 x 3 m, sieht aus wie eine Abstellkammer, trist und farblos mit Rohputz. In Ermangelung von Ablageflächen liegt alles kreuzt und quer auf dem Fußboden und einem kleinen Tisch. An einigen Stellen ist das Dach undicht, was allerdings bei dem dort seltenen Regen nicht so vorrangig ist. 

Für die bisherigen Sanierungen haben sich Schulleitung und Lehrer herzlich bedankt.

Unser nächstes Projekt in Kooperation mit dem EKF e. V. wird die teilweise Sanierung der Grundschule Alto Gouveia sein.

Bitte überweisen Sie Ihre Spende mit dem Stichwort: Alto Gouveia auf das Konto des Europäisch-Kapverdischen Freundeskreis e. V.:

Europäisch-Kapverdischer Freundeskreis e. V.
IBAN: DE42 2019 0003 0051 1293 02
BIC: GENODEF1HH2
(Hamburger Volksbank)


Wir sind wegen der Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens durch Bescheinigung des Finanzamt Hamburg-Nord (Steuer-Nr.: 17 / 423 / 03523) vom 23.07.2020 als gemeinnützig anerkannt bzw. nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid vom Finanzamt Hamburg-Nord vom 23.07.2020 für die Jahre 2017 bis 2019 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des KStG von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, weil wir ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO dienen.
Die Satzungszwecke entsprechen § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 13 AO.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Dres. Wolfgang und Ute Kehl